Donnerstag, 17. April 2014

ich muss mal kurz ins wc

hatte ich erwähnt, dass mich viele dinge sehr glücklich machen? kleine dinge. und ja, wer es noch nicht erraten hat, ich bin single. kann ich gut mit leben (und das war jetzt nicht so gemeint: ich muss es mir selber schön reden, sondern: ich kann wirklich gut damit leben). (führt mich zu einem anderen gedanken: bin ich beziehungsunfähig? aber das sollte an anderer stelle diskutiert werden).

und wie sieht das leben eines weiblichen singles in innsbruck aus, wenn man nicht mehr ganz in dem alter ist, in dem man hier ist, um zu studieren und man zahlreiche singlefreundinnen hat, sondern eher schon das alter erreicht hat, in dem man arbeitet und wirklich alle, also gefühlt wirklich 99,9 % der innsbrucker bevölkerung lebt in mehr oder weniger glücklichen beziehungen. es wird um einen herum nur so geheiratet, geschwängert und haus gebaut (oder gern auch bei den eltern an- oder ausgebaut, unfassbar beliebt hier. und mit unfassbar meine ich: wie kann man nur? als ich in dem alter war, in dem ich mein elternhaus verlassen durfte, habe ich schnellstmöglich erst mal 300 km zwischen mich und den heimischen herd gelegt. nicht, weil ich meine eltern nicht mag, die sind toll. nur so ein kleiner abstand macht sie ja noch umso toller, da kann man die dann sogar mal vermissen!! niemals, nie, never, also wirklich nicht in meinen kühnsten träumen, würde ich auf die idee kommen, an ihr haus noch ein haus dran zu bauen, oder in ihrem haus den dachboden auszubauen. selbstverständlich ist der gedanke eines mehrgenerationen hauses wirklich schön und bringt auch vorteile mit sich und diese glücklichen szenen, von der ur-oma, die auf ihre ur-enkel aufpasst .... schweife ich ab?)

also, hier alle in beziehung. und die verfügbaren singles sind locker 10 jahre jünger. aber, wer schon mal mit einem innsbrucker über innsbruck gesprochen hat, der kennt das zauberwort: lebensqualität. denn innsbruck hat so unfassbar viel lebensqualität, dass es vor lauter lebensqualität fast überquilt. und das habe ich, als berlinerin, am anfang ein wenig belächelt. ok. natur, hab ich gedacht, also natur haben sie. en masse. eine masse berge. und die sind auch wirklich wunderschön und beeindruckend und toll. nur: ich als flachländerin, finde es eher befremdlich mit dem fahrrad den berg hochzugurken, um dann wie ne wilde sau den berg wieder herunterzurasen. oder die ganzen tausend anderen sportarten die man auf und am berg so machen kann. ich geh schon mal ganz gern wandern (oder auch gemütlich spazieren, alles auslegungssache), aber der teil der lebensqualität geht doch ziemlich an mir vorbei. ich rüpel. aber tatsächlich hat innsbruck noch viel mehr zu bieten. und das leben hier ist einfach schön. das liegt, für mich, aber vor allem an den menschen die hier sind. ich habe ganz unfassbar tolle freundinnen, arbeitskolleginnen, die mit der zeit zu freundinnen geworden sind. und wie ist das passiert? naja, was soll ich sagen, im wc.

wenn man einen gemeinsamen heimweg hat und dann mal wieder länger im büro sass und dann irgendwer spontan die idee aufbringt: ach, jetzt noch einen spritzer, das wär ja was. also einer geht ja immer. und da gibt es diese nette kneipe. und da sitzt man sehr gut. und da sind alle sehr nett. und dann geht man da zusammen hin und dann trinkt man einen, und man wird ja schon so begrüsst: hallo mädels, wie immer? ach, allein das... is ja wie nach hause kommen. muss man sich mit vielen spritzern erkämpfen, aber wenn es dann so weit ist.... herrlich. und man trinkt nie! wirklich nie! nur einen spritzer, das geht gar nicht. und wäre auch vollkommen fad. und wir sind nur einmal jung und wer erinnert sich an couchabende? niemand! und dann ist man glücklich. und es geht nicht darum, einen typen kennenzulernen, nein, die kennt man ja schon alle, weil sind eigentlich immer die selben da. es geht um die wirklich wichtigen themen. um die typen, die man nicht kennenlernt, die arbeit, das leben, einfach alles. lustige gespräche, ernste gespräche und ob noch ein spritzer geht oder nicht und ob man noch ein toast (das heimliche nationalgericht tirols, wie ich festgestellt habe. neulich war ich mal mit einem anderen piefke, der doch tatsächlich auf die ansage: wir haben toast! Fragte: was ist denn da daruf? reagierte. der blick des kellners wirklich unbezahlbar!) essen sollte.


am nächsten tag im büro leicht verkatert, aber was wartet da auf einen? wurschtsemmelfrühstück mit mezzomix! das ist fast wie im himmel!! mit kater.

natürlich kann man auch ganz viele andere dinge in innsbruck anstellen. viele davon wirklich toll.

aber richtig gut ist es, wenn eine fragt: kurz ins wc?

warum bin ich heute eigentlich zuhause?

m.

Mittwoch, 16. April 2014

5 gute, 5 schlechte...

also irgendwie verkommt dieser blog langsam zu einem beziehungsberater. dabei hab ich doch so gut angefangen: mit büchern, kochrezepten, dekoideen... Ich würde es als ambitioniert beschreiben. Wie würde die beste uschi der welt sagen: des interessiert doch ka sau!

Und Umfragen haben ergeben: sie hat recht.

also natürlich belaufen sich meine umfragen nur auf meine freundinnen, ich nenn das jetzt mal einen klassischen hausfrauentest an frauen, die keine hausfrauen sind. wenn ich die nämlich frage: "worüber soll ich denn schreiben?" dann bekomm ich immer nur antworten, die irgendwie, also ganz, ganz beiläufig etwas mit männern zu tun haben, also nur ganz, ganz am rand.

frag ich neulich änni. worüber soll ich denn schreiben? sagt sie: na, über unseren plan. die "5 gute, 5 schlechte" idee. ach, der plan. den wir hatten, nachdem wir schon nachmittags dachten, es wäre jetzt wirklich zeit für alkohol und den wir dann am frühen abend geschmiedet haben, um ihn dann, am späteren abend, sofort und schonungslos umzusetzen. (ich muss hier nicht erwähnen, dass wir diesen plan natürlich nicht umgesetzt haben, ich muss hier ja nur über den plan an sich berichten).

der plan lautete wie folgt: wir reden heute abend jede 10 typen an. Fünf mit einem Spruch, den wir in die Kategorie "gut" einordnen würden und fünf, mit einem spruch, von dem wir sagen würden "geht gar nicht". Und die herren, die in den genuss dieser sprüche kommen sollten, sollten alle potenzial haben, also nicht 5 spitzenexemplare, denen wir die guten sprüche um die ohren hauen würden und 5 exemplare der gattung "warte, ich renn schnell weg" denen wir im wegrennen, über die schulter hinweg den blöden spruch zu rufen. nein, es sollten alles ansprechende männer sein, mit denen man sich hätte vorstellen können, wir reden mal eine weile. (die ganz hellen kerzen auf der torte (was für ein grandioser spruch... puh)  kommen jetzt wohl schon darauf, woran dieser unfassbar gute plan im endeffekt gescheitert ist.).

auf diesen plan sind wir gekommen, weil wir über anmachsprüche gesprochen haben und da ist meine these eine ganz klare: der spruch ist vollkommen egal. kommt immer auf den mann drauf an. da kann aus dem die allerletzte grütze kommen... wenn du ihn in den ersten zwei sekunden, in denen du ihn siehst, als potentiellen vater deiner zwanzig kinder einschätzt, dann kann der reden was er will... aber egal, was er dann auch immer weiter reden wird und er sich dann weiter disqualifizieren wird, erstmal redest du mit ihm.
und da wir ja so unfassbar emanzipiert sind, reden wir natürlich niemals männer an, sondern warten darauf, dass männer uns ansprechen. aber der plan war: heute reden wir sie an! und was gibt es für eine bessere ausrede, als: das ist ein wissenschaftliches experiment.
Meine these zu unserem plan: 10 sprüche funktionieren. oder mindesten 8 von 10. denn es ist total egal, was wir sagen. die tatsache, dass frau mann anspricht genügt. und mann ist glücklich.

naja, was soll ich sagen: uns sind weder 5 gute, noch 5 schlechte sprüche eingefallen. aber die waren auch komplett unnötig, weil uns noch nicht mal einer über den weg gelaufen ist, der in die kategorie "potenzial" gefallen wäre. und selbst wenn, wir hätten uns dann sowieso nicht getraut, sie anzusprechen.

und genau da liegt der hund begraben.
wir sollten viel öfter männer, die potenzial haben, ansprechen. egal wie. tun wir aber nicht.

Vorschläge für 5 gute und 5 schlechte sprüche? nur für den fall, dass wir uns das nächste mal trauen... und dann vorbereitet sind.

(über die erfolge oder misserfolge würde ich dann natürlich nicht berichten.)

Mittwoch, 9. April 2014

männer haben angst vor rotem nagellack

es gibt so menschen.
also, ich bin da anders.
natürlich, das kann jetzt jeder behaupten. stimmt aber auch immer.

und das ist auch immer gut. das alle anders sind. aber so manche menschen. tja. da bin ich dann ein bisschen, wie sage ich es am besten? ratlos? sprachlos? eher so: was ist denn hier los?

und dann fragt man sich: woran liegt denn das? eigentlich ziemlich viele parallelen - bezogen auf die sozio-demographischen fakten - ähnliches alter, selbes geschlecht, ähnliche ausbildung, ähnliche erziehung, ähnliche interessen, vielleicht sogar das selbe sternzeichen (was bei 12 sternzeichen und 8 mrd. menschen auf der welt zugegebenermassen nicht sonderlich schwer ist - da laufen ja ziemlich viele waagen rum und auch die aszendenten machen das bild nicht viel besser - aber ich schweife mal wieder ab) - also, jeder marketingfachmann würde uns aber sowas von in die selbe zielgruppe stecken. Zack: drin sind sie, gemeinsam, in dem panel. und dann schaut man sich die realität an und was sieht man da? mein gesicht, dass eher einem grossen fragezeichen gleicht und nur zu rufen scheint: was ist denn hier los?

ich liebe es, andere menschen kennenzulernen - immer bereicherung. in welcher ausprägung auch immer. von jedem kannst du etwas mitnehmen. musst nur zuhören. und wenn es nur das fragezeichen ist. denn das fragezeichen bringt einen selbst dazu, sich selbst in relation zu setzen. zu sich. zu anderen. zu dem: was will ich sein. und es ist ein gutes gefühl, zu wissen: also so will ich nicht sein. ist gut, dass ich so bin, wie ich bin. hat hingehauen. meistens. so war der plan. oder wenn schon kein plan. dann ist das ergebnis so, dass ich damit leben kann. und wenn ich mich selbst im spiegel anschaue, dann ist da (meistens) kein fragezeichen, sondern eher ein leichtes kopfnicken (manchmal sogar mit lächeln - und da ist es ok, wenn man sich manchmal selbst an- oder auslacht).

was der schlag menschen meistens gemeinsam hat, die aus meinem gesicht ein fragezeichen machen, sind festgefahrene und seltsame überzeugungen. und das kann in sehr viele richtungen ausschlagen - einige sind wirklich so, dass ich sage: entschuldige, aber mit dir mag ich nicht weiterreden und ich hab deinen namen auch gerade in diesem augenblick schon wieder vergessen. die sagen dann aber so sachen, wie: alle ausländer sind scheisse. oder ähnlichen dünnpfiff. darüber muss man ja nicht weiter diskutieren. (als ich noch jünger war, habe ich tatsächlich versucht aufklärungsarbeit zu leisten und manchmal noch heute, kann ich einfach nicht anders, weil es mich so aufregt, aber ich bin dabei gelassener geworden.)
aber es gibt eben auch die alltäglicheren, die die durch ihr leben laufen und so sachen sagen - eigentlich so nebenbei - aber wenn man zuhört - dann hört man die und man fragt sich: was denn hier los?
neulich war so ein fall - da sagte doch tatsächlich eine frau, in einer runde von frauen, als es irgendwie um das thema männer ging (weiss gar nicht wie wir jetzt darauf gekommen sind...), dass männer angst vor rotem nagellack haben. so. und was sie eigentlich sagen wollte, war, dass männer nicht angst vor den kleinen fläschchen haben, die roten nagellack enthalten, weil sie sie vielleicht impotent machen könnten, so wie sitzheizungen in autos, sondern, dass sie angst vor frauen haben, die roten nagellack tragen. weil frauen, die roten nagellack tragen, selbstbewusst sind und extrovertiert und stark. mein gott, was nicht alles in so einem kleinen fläschchen und einer farbe stecken kann.
und sie meinte das ganz ernst, das war kein scherz, nein, sie würde sich keinen roten nagellack auftragen (vielleicht zum fasching, aber dann ist sie ja auch rotkäppchen und nicht sie selber und vielleicht hat sie da auch mal spass, weil sie am nächsten tag sagen kann: das war nicht ich, das war rotkäppchen, das kleine luder), sie nimmt lieber die farblos variante oder wenn sie ganz wild ist, ein zartes rosa. weil, sie will ja schon noch den mann ihres lebens treffen und stell sich einer vor: genau an dem tag, an dem sie ihn trifft, hat sie roten nagellack drauf und der sieht das und rennt schreiend davon, weil er soviel angst vor ihrem selbstbewusstsein und ihrer stärke hat. und hätte sie an dem tag keinen roten nagellack getragen, würden sie jetzt schon gemütlich in ihrer reihenhaushälfte leben und überlegen, wie das erste kind heissen soll (also wenn es ein mädchen wird, würde ich unbedingt eve joy empfehlen, mein derzeitiger favorit). ihre grosse angst ist es, ergo, dass ein mann sich gegen sie entscheiden könnte, weil sie stärke ausdrückt, in dem sie roten nagellack trägt und der mann von dieser stärke abgeschreckt werden könnte. (als wenn männer auf nagellackfarbe achten würden, aber das ist jetzt ein anderes thema).

wovor ich angst habe:
1. dass mein roter nagellack abblättern könnte
2. dass es wirklich immer noch solche frauen gibt, die angst haben stärke zu zeigen, weil sie dann denken, dass männer sie nicht mögen könnten
3. dass es männer gibt, die tatsächlich so sind (ok, das tangiert mich nun wirklich eher peripher, weil die können mir aber man sowas von gestohlen bleiben und da würde ich auch keine aufklärungsarbeit leisten, da starre ich lieber zwei stunden gegen eine weisse wand)

das war so ein klassicher fall von: was ist denn hier los? und ich dachte, sollte ich mal schreiben. jetzt lege ich die zweite schicht roten nagellack auf, weil doppelt hält besser.

m.



Freitag, 7. Juni 2013

selbst

um das erstmal festzuhalten: heute war ein richtiger sommertag!
Mit:
- Kirschen essen
- Sonnenbrille
- Sommerkleidchen
- in der Sonne sitzen
- Weissweinschorle/ Weisssauer trinken
- sommerliches essen
- ein bisschen schwitzen
- einer leichten Brise
- auf dem Balkon sitzen, zwischen Kräutern und Blumen
- Schwalben (nicht nur eine. mehrere)
- vollkommene und absolut gute Laune.

Und bei all dem war kein Mann dabei. Gar keiner. Und das ist auch schon die perfekte überleitung zu der frage von der uschi, die sie mir mal wieder gestellt hat (mir fällt auf, dich beschäftigt vor allem, dieses mann-frau-thema, aber gut, wen nicht...) hier also ihre Frage heute: Wozu braucht man eigentlich Männer? Oder: wie selbst ist die Frau?

Der profane Anlass für die Frage, war einfach, dass sie in dieser Woche, ihre Waschmaschine selbst angeschlossen hat, ihre 5.000 Apple  Geräte und TV und was noch alles für teschnische geräte bei ihr in der wohnung rumstehen selbst konfiguriert und installiert hat und zwar so, dass nun alles aufeinander abgestimmt läuft, wie am schnürchen (gratulation dafür meinerseits). Tätigkeiten, die der klassischen männlichen Rolle im Haushalt zugeschrieben werden. Was ist aber nun, wenn kein Mann im Haushalt da ist, der diese Rolle erfüllen kann (sei es nun aus vollkommenen technischem unverständnis oder durch vollkommene abwesenheit).
Und da ich die Uschi ja nun schon kenne, zielte ihre frage weniger darauf ab: was tun, wenn mein Freund/mann ein vollhonk ist, sondern eher darauf: was mache ich, wenn ich keinen mann habe, fehlt mir der? Und vor allem: wann fehlt er mir am meisten?

Ich lebe seit ich 18 Jahre bin allein. Nicht ganz, 3 Jahre habe ich in einer WG gelebt, mit dem wunderbaren schwulen F., der handwerklich begabt war, kochen konnte, einen kleinen Putzfimmel hatte, technisch sehr versiert war... und zu dem ganzen, einfach noch ein total lieber kerl und guter freund mit dem man lachen und reden und heulen konnte. perfekt. da muss man einfach sagen: das war schon sehr schön. das rundumpaket. bis auf...
Es war schon schön, zu sagen: Du, F. also irgendwie da geht was mit meinem Laptop nicht, kannst du mal schauen (und der Laptop lief wieder).  Oder du, F. , die Waschmaschine geht nicht mehr, kannst du mal schauen? (und er reparierte sie!!!) oder du, F., ich war gerade bei IKEA einkaufen und habe jetzt einen riesigen neuen Schrank... und der müsste erst in den vierten stock (ohne Fahrstuhl) und dann aufgebaut werden (und wir schleppten gemeinsam und bauten gemeinsam auf). Das war schön, jemanden zu haben, den man fragen konnte und der half.
Aber dafür muss man nicht unbedingt zusammen wohnen. Man kann F. auch anrufen oder einen Bruder oder einen Freund und der hilft dann 3 m PAX Schrank aufzubauen und so.
Alles bekommt man alleine hin oder mit ein bisschen unterstützung von guten freunden. eine frau braucht heute keinen mann mehr. die notwendigkeit einer beziehung besteht einfach nicht mehr. wir verdienen unser eigenes geld, wir treffen unsere eigenen entscheidungen. wir zahlen unsere miete und checken regelmässig den ölstand in unseren autos (früher war es noch oft so, dass die frau weder autofahren konnte, noch wusste wie ein bankomat funktioniert... und wenn dann der mann starb, wusste sie zwar wie man wäsche wascht, bügelt, kocht und alles, aber nicht, wie sie an das geld kommen sollte..)
Und so leben wir also nun dahin, im bewusstsein, der nicht notwendigkeit einer beziehung. Und die haben dann auch ganz viele meiner freundinnen nicht. weil da was nicht passte oder es einfach nicht geklappt hat. oder warum auch immer. weil das warten auf mr. right einfach noch etwas dauert.

Weil, wenn man den mann als frau nicht mehr braucht, um zu überleben. wofür braucht man ihn dann?

ok. die eine sache, die steht jetzt mal aussen vor.

aber alles andere. warum könnte ich einen mann brauchen? doch nur dann, wenn er mein leben bereichert. sei es durch seinen intellekt, seinen charme, seinen witz. weil er mich glücklicher macht, als ich es alleine wäre.
ganz ehrlich, das ist eine herausforderung, denn ich (ich kann jetzt natürlich nur für mich sprechen) bin sehr glücklich alleine. selbstverständlich gibt es da ups and downs, aber das ist das leben. aber ich, für mich SELBST fühle mich wohl und bin glücklich.
Verliebtsein ist natürlich ein herrliches Gefühl und ist mit überhaupt gar nichts zu vergleichen. aber ganz ehrlich, wie lange hält dieses verliebtsein an? wie lange findet man seine witze witzig und seinen charme unwiderstehlich? und was kommt dann? ein mensch der da ist, weil er da ist? und mit dem man sich über dinge streitet, über die man mit sich selber nie streiten würde. (ja, der haufen an klamotten der gesamten woche soll genau da liegen, bis ich ihn wegräume).

Und das alles hört sich fürchterlich rational und kalt und verbittert an. und das von mir. die wirklich jeden (wirklich jeden) schnulzfilm dieser welt gesehen hat. und die allergrösste romantikerin dieser welt ist (nicht in dem klassischen "schatz, ich hab rosen auf dem bett verteilt und kerzen angemacht, ist das nicht romantisch, könnten wir jetzt endlich mal wieder sex haben" -sinne).
Aber wahrscheinlich ist ja das genau mein problem.

Ich sehe soviele beziehungen um mich rum, bei denen ich denke: also was bringt den beiden das, jeden abend nebeneinander auf der couch zu sitzen und fern zu sehen. und dieses schreckliche nebeneinander, das schon lange kein miteinander mehr ist. wenn paare sich noch nicht mal mehr in die augen schauen. geschweige denn etwas anderes tun, als den alltag zu regeln und zu meistern. (was ich wirklich ganz wunderbar auch allein schaffe.)
Ich würde ja gerne mal einen test machen und meine arbeitskollegen und freunde, die schon lange in einer beziehung leben, fragen: und, was hatte dein partner heute morgen an, als ihr aus dem haus gegangen seid? und habt ihr euch gute morgen gesagt und einen guten morgen kuss gegeben? Nicht so einen flüchtigen. sondern einen richtigen. habt ihr euch in den arm genommen, den geruch des anderen kurz eingeatmet? Habt ihr ihn gespürt? habt ihr euren partner angelächelt?

Und ich weiss, dass alltag meistern schwer ist und jeder neue tag anstrengend und tausend problemchen und man manchmal grantig und schlecht drauf ist. und manchmal nicht reden mag und einfach nur seine ruhe haben will.

aber wenn in diesem ganzen alltag, noch nicht einmal mehr zeit für ein: guten morgen, hast du gut geschlafen? ist und ein lächeln. was ist dann das alles? warum muss ich dann mit jemandem zusammenleben? Und den stress haben, den ich allein ja gar nicht hätte, weil zwei emanzipierte wesen in eine gemeinschaft zu bringen, so dass beide leben und atmen können, ist unglaublich schwer.
aber was ist, wenn man es endlich geschafft hat und die beiden emanzipierten wesen sind nun drin in der beziehung und es läuft und beide machen ihr ding. aber bei dem ganzen, haben sie vergessen, warum sie zusammen sind. weil sie das leben des anderen schöner machen wollten. weil sie eine bereicherung für den anderen sein wollten.

und diese bereicherung ist doch das guten morgen und das in den armnehmen und damit zeigen: ich bin bei dir und es kann dir gar nichts passieren. und übrigens: ich liebe dich, genauso wie du bist. auch wenn ich manchmal über etwas meckere, was du tust und wir diskutieren über unterschiedliche sichtweisen oder darüber, wie man den alltag meistern sollte. aber guten morgen, hast du gut geschlafen?

dafür, finde ich, braucht man einen mann.

ich traue mich nicht zu fragen, wieviele paare das wirklich machen, ob sie ihrem partner in die verschlafenen augen geschaut haben und sich gefreut haben. weil sie sich reicher gefühlt haben.
geschweige denn, ob sie wissen, was der partner an hatte... (gut, es gibt einfache exemplare, die tragen jeden tag ocker, aber die lasse ich jetzt weg).

und übrigens finde ich nicht nur diese alltäglichen sachen wichtig. sondern auch immer mal wieder etwas besonderes. was ist daran so schwer, etwas kleines schönes für seinen partner zu machen, wo man weiss, dass er sich darüber freut? jahrelang habe ich auf ein blödes kleines post-it oder einen zettel am kühlschrank gewartet, auf dem einfach nur etwas nettes stand. was soll ich sagen, ich werde auch beim nächsten darauf warten. sollte er einen zettel an den kühlschrank heften mit einer netten botschaft, muss ich ihn wohl oder übel heiraten. nein, das überlege ich mir dann schon nochmal genauer... aber es wäre ein schritt in die richtige richtung. was ist so fürchterlich schwer daran, blumen zu kaufen? oder mal etwas verrücktes zu tun? etwas das aus dem alltag herausholt, das begeistert? was auch immer der andere mag, oder man gemeinsam mag. alles das, was man so leicht macht, wenn man verliebt ist. spontanen ideen folgen, den anderen an die hand nehmen und ihm etwas zeigen, das schön ist, mitreissen.

aber ich schweife ab... aber das ist schön. denn ich merke, ganz verbittert bin ich dann doch nicht. denn ich denke immer noch, eine frau braucht einen mann, egal wie selbst sie auch immer sein mag.
es gibt jemanden, der das leben bereichert. dafür braucht man ihn. für das guten morgen und das nachts einfach mal auf der strasse tanzen (das ist der teil aus dem schnulzfilm, männer sollten viel öfter schnulzfilme sehen und sich nicht zu blöd vorkommen, einige dinge einfach mal zu tun, sie wären erstaunt, wie sehr sich ihre frau darüber freuen würde und frauen sollten vielleicht mal dinge tun, die ihre männer ganz toll finden  - tipp for home.)

aber bis dahin bin ich für mich selbst glücklich. denn ich brauche keinen mann um mich glücklich zu machen, sondern nur, um noch glücklicher zu werden.

m.


Dienstag, 28. Mai 2013

Ach.

das war dann der mai. wonnemonat und so.
also mai war, und monat auch, nur wo war die wonne?
anscheinend kältester mai, seit 40 jahren.
aber alles auf das wetter schieben ist ja nun auch etwas zu einfach.
Fing so gut an, mit einem wunderbaren surfurlaub in portugal, im drop in bei dani und mac, hier. Also wenn ihr mal einen tollen Urlaub haben wollt, dann hier. Und das Gefühl, das erste mal auf einem surfbrett zu stehen, also im Wasser, getragen von einer welle - unbeschreiblich - 4 sekunden lang ist man der könig der meere (zugegeben, ein ungelenker könig der meere, ziemlich nah am ufer, aber immerhin.)
und dann wundervolle tage in berlin. berlin mal wieder so, wie es mein berlin war. und familie und "knutschtante" sein und die hand des kleinen halten. bei jeder strasse die wir überqueren. am liebsten die ganze zeit nur straßen überqueren, weil man dann seine kleine hand halten darf (sonst kann er ja schon alles vollkommen alleine) und das vertrauen spüren - ich vertraue dir - ich vertraue dir mein kleines leben an, bedingungslos, du wirst mich sicher über die strasse bringen. ich muss dir doch soviel erzählen und so viel entdecken und sehen und hüpfen, da kann ich mich nicht auch noch immer nur auf die strassen konzentrieren, aber ich habe ja dich. ich vertraue dir.

und dann zurück. regen, regen in strichen vom himmel und regen und grau in strichen (oder stichen) im gemüt.
gar keinen antrieb haben. für gar nichts.
und ach.
und die ganze zeit nur denken: ach.
in frage stellen, weil sich dieses "ach" so lauwarm anfühlt.
und ach, welches der fünf angefangenen bücher soll ich zu ende lesen, ach ich schlaf lieber.
und ach, ich wollt mich doch gesund ernähren, aber ach, mc donalds geht auch.
und ach, ich wollte doch weiter gesunden kräutertee trinken, aber ach kaffee geht schneller.
und ach, ich wollte doch weiter sport machen, aber ach, jetzt ins fitnessstudio gehen, zu anstrengend.
und ach, wir wollten doch wandern gehen, aber ach, da liegt ja immer noch schnee und es regnet und was soll man denn dann da oben. bleiben wir unten.
ach, ich wollte doch die urlaubsfotos runterladen, aber ach, das kann ich auch noch später machen.
ach, was soll ich denn jetzt für musik hören, ach, ich weiß nicht. gefällt mir nicht.
so ein lustloses ach. das gelangweilt aus der kehle kommt und kaum einen ton hat, weil es so ach ist.

und dann schleicht sich zwischen die ganzen ach's ein gedanke, eine idee und man ist ganz motiviert und macht und bepflanzt den balkon mit blumen und kräutern und freut sich und setzt sich mitten rein in seine neue kleine grüne oase und denkt sich: ach, ist das schön. ein stimmhaftes, schönes, wonniges ach, so ein genuss ach. und zehn minuten später zieht die sonne zu, dicke graue wolken. und regen. in strichen. und im gemüt macht es wieder einen stich, weil man jetzt nur noch von drinnen die grüne oase anschauen kann und sich denkt, ach ich müsste die blumen giesen, aber ach, es regnet ja eh, das erledigt sich von allein. und das ach ist wieder ganz ohne ton.

und ach ich schau mal auf die wetterprognose, aber ach bis mitte juni bleibt es so. 19 grad, das ist gar nicht sommer, also noch nicht mal in der nähe. und ach, das bleibt wohl so. ach, gott sei dank, hab ich die dicken wollsocken noch nicht in den keller gebracht.

aber kann man dieses tonlose ach, dass ím prasseln des regens untergeht, nur dem wetter zu schreiben?

heute ein sonnentag. und tatsächlich, kam gar kein ach, aber morgen wieder regen, ach.

vielleicht ein bisschen.
also ein bisschen wetter-ach. und ein bisschen ich-ach.

m.

Dienstag, 23. April 2013

frühling

Es ist wirklich Frühling. Wirklich. Also meistens. Außer, wenn es kalt ist und regnet.
Aber dazwischen ist Zeit für einen Spaziergang und Spaziergänge sind im Frühling am allerschönsten, weil über all Blumen von unten aus der Erde schießen und einem von oben über den Köpfen hängen.
ginster und magnolien
magnolienmeer


Bei so schönem Frühlingswetter kann man den Herrn Vater bei seinem Besuch ruhig mal mit auf das Havelekar nehmen. Trotz Wind wird fotografiert! Papa mit Punkfrisur.


Und es wurde Kuchen gebacken. Geburtstagskuchen für junge Küken. Schokoladenkuchen. Also vor allem Schokolade, weniger Kuchen im klassischen Mehl - Backpulver Sinn. Rezept von Ottolenghi. Und was soll ich sagen. Ich esse nicht gerne Süßes. Aber den schon.


240 g Butter
290 g Zucker
350 g 70% Schokolade
5 große Eier (getrennt)

Backofen auf 170° vorheizen, 26 cm Springform fetten und mit Backpapier auslegen.

Butter in Flocken und Schokolade in kleinen Stücken zusammenfügen in einer Schüssel, die die gesamte Masse aufnehmen kann. Den Zucker mit 4 Esslöffel Wasser zum kochen bringen, bis der ganze Zucker geschmolzen ist. Zuckerwasser über die Butter-Schokoladenmischung geben, so dass diese vollständig schmilzt, gut rühren, die 5 Eigelbe einzeln unterrühren. Die gesamte Mischung auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

5 Eiweiße mit einer Prise Salz steif schlagen und in 3 Portionen unter die Schokoladenmasse heben. Es soll sich gut vermischen, aber man kann noch kleine weiße Flecken ausmachen.

3/4 der Masse in die Backform geben und 40 Minuten backen lassen. Kuchen auskühlen lassen, den Rest der Masse draufgeben und noch einmal 20 Minuten in den Ofen.

Fertig.

Ganz einfach.

Extrem gut.

So wie Frühling.

m.

Sonntag, 7. April 2013

Ausnahmetag

Gestern war mein erster Ausnahmetag.
Der erste Ausnahmetag von meinem "Plan". Kaffee, Zucker, Alkohol, Süßes, alles ist erlaubt an diesem Tag!
Und da ich ganz dringend auch mal eine Ausnahme von diesem Frühling, der kein Frühling ist, brauchte und mal ausnahmsweise Sonne, hab ich mir an meinem Ausnahmetag ein paar Stunden Italien gegönnt.
Das ist ja wirklich das schöne an Innsbruck, man setzt sich für eine Stunde ins Auto und ist in Italien, es ist zwar noch nicht so richtig richtig Italien, weil Südtirol so eine kleine Mischung aus Tirol und Italien ist, aber es ist schon immer ein bisschen wärmer und ein bisschen anders als zu hause.

Morgens bei 2 Grad, Nebel und grauseligem Wetter losgefahren. Und dann Pflichtprogramm, wenn man über den Brenner drüber ist (der Himmel riss natürlich auch sofort auf) an der Raststation bei Sterzing anhalten und den ersten Espresso:

Dann weiter, dieses Mal nach Bozen. Bozen hat einen wunderbaren Bauernmarkt, den wir besuchen wollten.. und was soll ich sagen, die Sonne kam raus und man wird von den Farben und Gerüchen und der italienischen Geräuschkulisse eingefangen und fühlt sich wie in einer anderen Welt und  genießt jeden Blick, jeder Atemzug tut gut und man saugt förmlich alles auf, was nicht grau ist, sondern bunt und Leben und schön:


Ranoncoli
 Glücklich und bepackt mit grünem Spargel, Tomaten, Olivenöl, Apfelsaft und natürlich Ranunkeln, sich einen Cappuccino gönnen, herrlich. Aber bald bemerken, dass wir die einzigen waren, die Cappuccino tranken, alle anderen waren schon beim Weißwein, Spritzer oder Hugo... Da dachten wir uns gute Idee! Die Einkäufe ins Auto verstaut und sich einen wunderbaren Platz in einem Café auf dem Waltherplatz direkt in der Sonne gesucht ... Noch besser. Weißwein bestellen, Menschen auf dem Platz beobachten und einfach die Sonne genießen und eigentlich gar nichts tun...


Egal wo ich bin, immer wenn ich einen Ausflug mache, bekommt meine Mama eine Postkarte von mir (wegen der Freude, wenn sie den Postkasten aufmacht), auch aus Bozen, natürlich.
Gegen den Hunger ein kleines, feines Restaurant suchen. Und es hilft immer wieder, noch ein Stückchen weiter zu laufen und noch einmal um die nächste Ecke zu schauen, weil dort findet man dann die kleinen Schätze.

Und so eines haben wir gefunden. Die "Fischbänke" heißt das kleine Lokal, dass nur draußen existiert, auf den alten marmornen Fischbänken des alten Fischmarktes, der früher hier einmal war, daneben der Fischbrunnen. Liebevoll wurde ein Sammelsurium an Schirmen und Tischen und Bänken um diese Fischbänke platziert und überall hängen Schilder mit lustigen Sprüchen und Lampions. Und irgendwie ist es eine Mischung aus Thailand- und Italien, so wie die Wirte, er ein Traum von einem typisch alten Italiener, Cobo, und seine Frau eine kleine zierliche Thailänderin.
Man setzt sich hinein in diese Welt und ist gleich glücklich, das Essen ist einfach aber sehr gut und der Wein auch. Und es ist einfach so entspannt. Dass wir ziemlich lang dort saßen und den Tag einfach genossen haben, und die Zeit einfach vergehen liessen...

Wenn ihr mal in Bozen seid, nehmt euch die Zeit und trinkt einen Weißwein mit Cobo dem Wirt, er findet die Fischbänke hier: Dr.-Streiter-Gasse 30, 39100 Bozen.
Und vergesst nicht auf Toilette zu gehen:


Dieser ganze Tag war wunderbar. Und ich würde den Plan ja fast für immer durchziehen, wenn alle meine Ausnahmetage so schön wären, wie dieser. Die Sonne, die Wärme alles tat an diesem Tag so gut. Und wir haben die 20 Grad noch gespürt, als wir wieder zurück über den Brenner in die graue Suppe gefahren sind und bei 4 Grad wieder in Innsbruck ankamen...

Und nun ist kein Ausnahmetag mehr, morgen fängt die Arbeit wieder an, aber ich habe mir von Cobo ein Konzept mitgenommen, für die Arbeitswoche, fürs Leben:


m.