Montag, 1. Dezember 2014

zwei stunden in einem zuhause

es gibt so tage. da steigen einem die tränen ganz ungewollt in die augen. nicht wegen irgendweclchen dämlichen filmen (die man schon gern schaut und vor allem allein, weil man weiss, dass sich das ein oder andere tränchen in die augenwinkel schleichen könnte, obwohl man denkt, es ist eher peinlich.) nein, weil es gibt diese tage, an denen man etwas erlebt und das einen einfach innerlich ein bisschen umhaut. und das muss ja gar nichts grosses sein, sondern etwas, das für viele menschen alltäglich, normal, standard ist. aber einen selbst, drin in dieser situation haut es einfach um. kalt erwischt von der seite und von der anderen seite auch noch. watsch. mitten in die fresse rein. die tränen geschickt mit der kaffeetasse auffangen. weil, die anderen sollen das jetzt lieber nicht mitbekommen. und man ist auch gar nicht in einer weinerlichen stimmung gewesen. alles war gut. dachte man. ist es auch. nur manchmal gibt es diesen moment.
am sonntag, auf dem heimweg, von einem netten wochenende, zu hause bei ihren eltern vorbeigefahren, weil liegt eh auf dem weg und da muss ich noch was abholen. und mama macht kuchen. und es ist der erste advent. und wir kommen an. an der tür stehen mama und papa und nehmen so herzlich in emfang, in dem haus, in dem die freundin aufgewachsen ist, ihr zu hause. da sind ihre wurzeln. genau da. auf diesem fleckchen erde. da hat sie reden, gehen, fahrradfahren gelernt, erster liebeskummer, erstes, alles. das ist schon für mich, schluck. das ist schön, das ist für mich der wunsch, der schon immer da war. diesen einen ort zu haben und ihn nicht auf 18 orte verteilen zu müssen und am ende gar nicht mehr wissen, wo zu hause ist. weil mama und papa nie gemeinsam an der tür stehen und herzlich willkommen heissen. egal ob ich allein oder mit freunden komme. das sind zwei unterschiedliche türen, weit voneinder entfernt, wo mama und papa stehen.
und dann setzt man sich auf die eckbank in der küche, frischer kuchen wurde gebacken, kaffee, wollt ihr sonst noch etwas? nein, danke, das reicht alles tausendmal. und man sitzt schweigend da und erlebt diese familie. kümmernd. lachend. besorgt seiend. herzlich. und pläne schmiedend für weihnachten. und man wünscht sich einfach, teil zu sein. und man stellt sich weihnachten vor, in gewusel und es ist wahrscheinlich auch nicht immer einfach. aber es scheint so schön zu sein und das ist es auch.
zwei stunden in einem zuhause, mit allem was es mit sich bringt. an chaos. an streitereien. an sorgen. an erinnerungen. an ersten schritten. von töchtern. von enkelkindern. von liebe.

und da sitzen. und die tränen in der kaffeetasse verstecken. weil man es sich auch so sehr wünschen würde. das wird aber nicht mehr.

dankbar sein. für die freundin. dass sie es hat. und sich fest vornehmen, ihr zu sagen, wie dankbar sie sein soll. weil es nicht selbstverständlich ist. und wissen, sie ist dankbar, aber ihr es trotzdem nochmal sagen wollen. weil man doch dazu neigt, alles für selbstverständlich hinzunehmen.

und am ende sich bedanken, dass man zwei stunden teil war.